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Piraten-Stiftung

Ich bin unzufrieden.

Die Zeitgeistigkeit einer Mailingliste kostet Zeit und bringt vom Effekt her wenig. Es ist mehr ein Instrument der Mobilisierung.

Liquid Feedback hingegen lässt vor allem den wissenschaftlichen Ansatz unter den Tisch fallen. Sprich die Dinge werden zerpflückt und neu zusammengesetzt. Das mag kurzweilig ganz lustig sein, aber es fördert nicht die Debatte in dem Sinne, dass Dinge Sachbezogen umgesetzt werden können. Auch fehlt an dieser Stelle erneut die Akzentsetzung, derer es bedürfte um Themen auch langfristig zu betreuen.

Die PADs hingegen ermöglichen zwar ein spontanes Arbeiten, doch bleibt es meist auch dabei und so ein Wiki ist schlussendlich immer mehr eine Sammlung und weniger eine Arbeit.

Für sich gesehen ist jedes einzelne Tool “nett”. Für längeres und aufbauendes Arbeiten ist jedoch keines geeignet. Zumal eine Akzentuierung fehlt, die Debatten anstößt. Es ist ein wenig zu viel Glück, was am Ende dabei herauskommt, sprich ob die Arbeit sich gelohnt hat.

Vor allem aber hat man gerade in den letzten Monaten den Eindruck, dass die Themenvorgabe von außen zu sehr auf die Themenwahl nach innen wirkt. An dieser Stelle hätte ich mir etwas mehr “Wünsche” des BuVos an die Basis erwartet. Soll heißen, ein guter BuVo unterstützt die Entwicklung der ureigenen Themen der Partei und lässt sich selbst nicht einfach nur treiben. Da kann auch einfach mal eine Brandschrift kommen. Ja, so etwas geht. Nicht nur die Basis sollte gegenüber einem BuVo kritisch sein. Demokratie ist, wenn auch das Gegenteil passiert.

Es stellt sich schon jetzt die alt bekannte Frage, wie eine Partei ihre Themen nicht nur entwickeln sondern auch wissenschaftlich unterlegen kann. Wie eine Partei Debatten in der Gesellschaft anstoßen kann und jene fördert, die in diesen Gebieten forschen oder sich hinein entwickeln. Anfänglich vielleicht auch einfach nur zusammenführt, was viele Einzelpersonen im Kleinen vor sich hin werkeln.

Ich sehe diesbezüglich nur eine Stiftung als dauerhafte Lösung.

Failt die Segel

Man (!) kennt das ja. Der Wecker klingelt, wird drei- oder viermal totgeschlagen und dann ist es doch unausweichlich. Mit leicht geöffneten Lidern wandern die Augen zum Smartphone und diesem Twitter. Das ist der Moment des leichten Zitterns, denn tief in unserem inneren Wissen wir: Einer von der Fraktion der dummen Piraten (das sind die 99 %), hat wieder was gesagt.

Ich muss das nicht gendern, Frauen sind bei den Piraten bekanntlich nur für Tierschutz zuständig.

Jedenfalls: #Kevingate

Kevin Barth ist ein Anhänger des BaWüismus. Also einer dieser Baden-Württemberger, die einem von nah wie fern sehr eigenartig vorkommen. Das scheint mir ein kulturelles Erbe zu sein, denn auch schon die Grünen aus BaWü sind sehr komisch, und konservativer als der Mappus erlaubt. Aber, ich wollte ja nicht mehr BaWüistisch sein. Das ist nämlich böse.

Am 5. Februar 2012 gründete sich in Heidenheim der Kreisverband Heidenheim. Von 17 anwesenden Personen hießen sieben Barth mit Nachnamen und wählten einen aus ihren Reihen zum Vorstand. Kevin!

Der kleine Kevin war es, der dieses Mal den Mund aufgemacht hat: „ok, ich bin also antisemitisch weil ich die israelische kackpolitik und den juden an sich unsympathisch finde weil er einen sinnlosen krieg führt“

Alter Schwede, wenn Doro Bär das lesen müsste, würde sie ob dieser Interpunktion und weiterer Schwächen aus der Haut fahren.

Die Piraten jedoch kümmert das nicht weiter, die hacken auf dem armen Kevin rum, weil er ein Antisemit sei. Also seine Aussage und dadurch er.

Es ist nicht überliefert, ob Marina Weisband deswegen ihren Kreislaufkollaps hatte, der gestern durch meine Timeline waberte und nun nicht mehr auffindbar ist. Ungeachtet dessen forderte sie vom armen kleinen Kevin jedoch gleich den Rücktritt und war am Kotzen äh Brechen. Was irgendwie weniger kommunikationsaffin war, als noch zu vor bei Jauch gefordert. War halt nicht Fernsehen, da kann man ruhig mal … ach Marina <3 ich verstehe das schon.

Bevor ich es vergesse, dieser Kevin, der ist mittlerweile zurückgetreten. Noch bevor er sich seinen Worten im Dicken Engel stellte. Aber er kam trotzdem!

Von einer ebensolchen Kritiklosigkeit befallen, wie die Piraten gegenüber Marina Weisband, ist der BuVo Matthias Schrade gegenüber dem armen Kevin. So äußerte er sich dahin gehend, dass es doch offensichtlich sei, dass dieser kein Antisemit sei.

Wir müssen den Schrade (Deckname: Kungler) an dieser Stelle aber nicht falsch verstehen. Twitter überliefert, dass er gerne auch mal in Heidenheim ist. Da entwickelt man ein Verständnis für Land und Leute. Die Vorwürfe jedenfalls, so scheint Schrade überzeugt, hätten so einen Bart.

Noch viel mehr überzeugt ist die unabhängige Wählerin des Barths und vom Kevinismus befallene Mutter des noch nicht Angeklagten. In einer Brandrede­ geißelte sie die hier stattfindende Hexenjagd auf ihren Sohn.

Guten Morgen Deutschland!

Facebook

Über die Bewertung brauchen wir uns in Bezug auf Facebook wohl nicht unterhalten. Bei allem Optimismus, ist sie stark überzogen.

Diese Diskussion haben wir allerdings bei jedem IPO eines Start-Ups. Und so lautet die Frage auch weniger, ob es sich rechnet, sondern welche Chancen Facebook hat und in welchem Zeitrahmen sich diese umsetzen lassen.

Facebook nur anhand der Werbung zu betrachten, die eventuell möglich ist, scheint mir etwas zu kurz zu greifen. Zunächst ist Facebook als soziales Netzwerk zwar dafür prädestiniert, der Aufbau spricht aber dagegen. Wenn, dann fließt hier Geld durch professionelle “Freunde”, die Tools für ihr Treiben brauchen.

Auf der Gegenseite liegt der größte Vermögenswert in der Anzahl der Kunden, die sich gegenseitig an dem Unternehmen festhalten. Diese Bindung wächst durch externe Bindungen, z.B. durch Vereine, die Facebook zunehmend für ihre Organisation nutzen. Der Nutzer ist dadurch nicht nur mit seinem primären Sozialleben sondern auch mit seinem sekundären Sozialleben an das Netzwerk gebunden.

Hinzu kommen Spiele und die sich einschleichende Lebensorganisation. Facebook, als Allerwelts-Login, sprich Internet-Einwohnermeldeamt, erzeugt gerade erst Möglichkeiten, die zur Zeit noch nicht offensichtlich sind.

Der Punkt an alldem wird schlussendlich der Bereich “Bezahlen per Facebook” sein. Spende an den Verein? Facebook kassiert. Bestechungsgeld an den Polizeibeamten per Farmville-Gütern? Facebook kassiert.

Facebook ist in diesem Sinne kein soziales Netzwerk, sondern ein Umschlagplatz der B2B, B2C vor allem aber C2B und C2C erleichtert, dadurch Möglichkeiten schafft und an diesen dann verdient.

Man kann 100 Mrd. Dollar rechtfertigen. Man kann sie aber nicht rechnen. Ich halte sie deswegen für überzogen, weil Facebook sich zu sehr auf den Google-Aspekt des Geschäfts konzentriert. Nicht die Plattform ist der Vermögenswert, sondern die Kunden. Daran wird Facebook irgendwann auch scheitern. Meine Prognose.

Tellerrand-Bashing

Ich war so frei diskursübergreifend zu agierend, weswegen der Anfang etwas holprig ist.

 

AG Wirtschaft .. gesendet: Di 31.01.2012 14:16

In dem von dir beschriebenen Fall ist die „Asset Price Inflation“ keine Bubble im Sinne der Spekulation, wie es das Fazit nahe legt, sondern eine Fluchtbewegung aus der Realwirtschaft heraus um Geldvermögen zu sichern (also Konsumverzicht). In solchen Fällen steigen, historisch betrachtet, die Bewertungen weniger stark als die Inflationsbewegung. Die Rettung kostet entsprechend erst einmal „Bewertungsverluste“.

Das ist ein fundamentaler Unterschied, denn was du beschwörst, ist quasi das Verhalten im Zusammenbruch eines Systems. Das diskutiere ich aber nicht, sondern den  generellen Aspekt, dass Geldschöpfung in der Finanzwirtschaft in Relation (zum Geschaffenen) nur einen sehr bedingten Abrieb auf die Realwirtschaft hat und in diesem Ausmaß immer nur dann vorkommt, wenn das Wachstum der Realwirtschaft ohnehin am Ende ist.

Sprich die Finanzwirtschaft zieht die Phase eines wirtschaftlichen Abschwungs nur ein paar Jahre / Jahrzehnte hinaus und extremisiert dadurch die ohnehin gärende, da verhinderte, wirtschaftliche Abschwungsphase. Der Bang findet dann bei 8 bis 12%-Anteil des Finanzmarktes am BIP statt. Die Ausnahmen solche Finanzwirtschaften wie GB, die über latent 10 % verfügen.

Die entstehende Schere zwischen Realwirtschaft und Geldmengenvermehrung ist an dieser Stelle nur der Ausdruck dafür, wie viel Aufwand für die Verschiebung notwendig ist und zeigt damit zugleich, wie stark die Trennung dieser beiden Parts ist, wenn sie nicht direkt an ihren Anknüpfungspunkten agieren (Bank gibt Kredit für X).

Deswegen können die Notenbanken momentan auch etwas haltloser im Markt agieren und ihn mit Geld fluten (36-Monatstender) oder vor Verlusten schützen und dabei direkt mit Eigenkapital versorgen (Aufkauf von bspw. Staatsanleihen), ohne dass unmittelbar Inflation entsteht. Hier wird versucht ausgleichend zu agieren und den Überschuss abzuschöpfen, der aufgrund von Bewertungsrückgängen schon gar nicht mehr vorhanden ist (siehe bilanzielle Entlastungspolitik).

Interessant wird das Thema für mich erst, wenn wir die aktuellen Aufpreisungen nicht so sehr im Sinne einer inflationären Entwicklung (basierend auf Geldpolitik) betrachten, sondern als Marktangleichung im Sinne der Wiederfindung der Realität.

Das kann man dann tun, wenn man davon ausgeht, dass die Auslagerung der westlichen Industrien nach China & Co. dazu führte, dass die Preise sanken resp. nicht stiegen, obwohl die Basiskosten der Produktion in ausgeglichenen Staaten wesentlich höher wären. Dieses künstliche Drücken der Preise durch Fluchtbewegungen würde in dieser Theorie dazu führen, dass die Preise nun über das hinaussteigen, was ausgeglichenerweise verlangt werden würde. Überkompensation zur Austarierung.

Die Basisannahme dafür müsste natürlich sein, dass die Globalisierung zumindest vom Schub her eine neue Dimension erreichte und diese Schübe erst neue Verwerfungen auslösen und in der Folge wieder nach einer Harmonisierung  streben. Verwerfungen heißt in diesem Fall: Fehlanreize en masse. Siehe hierzu auch das penetrant den Zins senkende Kaufen von US-Staatsanleihen durch China.

Erst das führt dann in Kombination mit der Geldmengenausweitung zu einem Problem über das der Finanzbranche hinaus.

P. S.: Letzteres dürfte auch das Unwohlsein von Patrick Bernau erklären.

Die platten Grunzlaute der Kapitalismuskritik

Es kann durchaus spannend sein, wenn Soziologen sich mit Finanzthemen beschäftigen oder gar versuchen, die Thematiken aus beiden Blickwinkeln heraus zusammenzuführen. Es gelingt einem Wolfgang Streeck, auch wenn dieser zum Schluss dann doch ins allzu menschliche abdriftet.

Weniger gut gelingt es Hans-Jürgen Krysmanski. Er schreibt gerade ein Buch und ist bei seinen Recherchen noch nicht sonderlich weit. Aber eine Meinung hat er bereits und bekundet diese lautstark in der willfährigen TAZ.

Mir macht es langsam keinen Spaß mehr, diese platten Grunzlaute der Kapitalismuskritik über mich ergehen lassen zu müssen.

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Politisches Versagen heizt die Euro-Krise an

Ich mache mich der Begrifflichkeit der Euro-Krise zumindest bei Bloggern ja nicht sonderlich beliebt, aber je mehr ich hinter die Kulissen blicke, je passender finde ich sie.

Während unsere geliebten Medien sich zurzeit über die Hedgefonds echauffieren, die angeblich ein Menschenrecht auf Rendite einklagen wollen, sollten wir uns kritisch der anderen Seite zuwenden. Z.B.:

Warum sind die angelsächsischen Investoren eigentlich so auf 180, wenn es um Europa geht?

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Flattr-Einnahmen 2011-12

Ihr seid #fail! @spackeria 3 €1.17
Goowell 2 €0.72
PiratLB: Was mich stört 1 €0.42
MH120480 on Flattr 2 €0.39
Europa und die Macht der Starken: Schrade ante portas 1 €0.25
Flattr Gebühr von 10 % - €0.29
Total sum for 5 things flattred by 7 unique users €2.64

Danke.

Griechenland: Berichterstattung der FAZ

Manchmal verstehe ich die Berichterstattung in den Medien nicht einmal ansatzweise. Erst rechnet uns beispielsweise die FAZ extrem hohe Renditen für griechische Anleihen vor und hatte damit ein durchaus marktbewegendes Momentum. Kurz darauf erklärt sie uns, wie riskant das alles doch sei und haut dabei Argumente raus, die einfach falsch sind.

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