Failt die Segel
Man (!) kennt das ja. Der Wecker klingelt, wird drei- oder viermal totgeschlagen und dann ist es doch unausweichlich. Mit leicht geöffneten Lidern wandern die Augen zum Smartphone und diesem Twitter. Das ist der Moment des leichten Zitterns, denn tief in unserem inneren Wissen wir: Einer von der Fraktion der dummen Piraten (das sind die 99 %), hat wieder was gesagt.
Ich muss das nicht gendern, Frauen sind bei den Piraten bekanntlich nur für Tierschutz zuständig.
Jedenfalls: #Kevingate
Kevin Barth ist ein Anhänger des BaWüismus. Also einer dieser Baden-Württemberger, die einem von nah wie fern sehr eigenartig vorkommen. Das scheint mir ein kulturelles Erbe zu sein, denn auch schon die Grünen aus BaWü sind sehr komisch, und konservativer als der Mappus erlaubt. Aber, ich wollte ja nicht mehr BaWüistisch sein. Das ist nämlich böse.
Am 5. Februar 2012 gründete sich in Heidenheim der Kreisverband Heidenheim. Von 17 anwesenden Personen hießen sieben Barth mit Nachnamen und wählten einen aus ihren Reihen zum Vorstand. Kevin!
Der kleine Kevin war es, der dieses Mal den Mund aufgemacht hat: „ok, ich bin also antisemitisch weil ich die israelische kackpolitik und den juden an sich unsympathisch finde weil er einen sinnlosen krieg führt“
Alter Schwede, wenn Doro Bär das lesen müsste, würde sie ob dieser Interpunktion und weiterer Schwächen aus der Haut fahren.
Die Piraten jedoch kümmert das nicht weiter, die hacken auf dem armen Kevin rum, weil er ein Antisemit sei. Also seine Aussage und dadurch er.
Es ist nicht überliefert, ob Marina Weisband deswegen ihren Kreislaufkollaps hatte, der gestern durch meine Timeline waberte und nun nicht mehr auffindbar ist. Ungeachtet dessen forderte sie vom armen kleinen Kevin jedoch gleich den Rücktritt und war am Kotzen äh Brechen. Was irgendwie weniger kommunikationsaffin war, als noch zu vor bei Jauch gefordert. War halt nicht Fernsehen, da kann man ruhig mal … ach Marina <3 ich verstehe das schon.
Bevor ich es vergesse, dieser Kevin, der ist mittlerweile zurückgetreten. Noch bevor er sich seinen Worten im Dicken Engel stellte. Aber er kam trotzdem!
Von einer ebensolchen Kritiklosigkeit befallen, wie die Piraten gegenüber Marina Weisband, ist der BuVo Matthias Schrade gegenüber dem armen Kevin. So äußerte er sich dahin gehend, dass es doch offensichtlich sei, dass dieser kein Antisemit sei.
Wir müssen den Schrade (Deckname: Kungler) an dieser Stelle aber nicht falsch verstehen. Twitter überliefert, dass er gerne auch mal in Heidenheim ist. Da entwickelt man ein Verständnis für Land und Leute. Die Vorwürfe jedenfalls, so scheint Schrade überzeugt, hätten so einen Bart.
Noch viel mehr überzeugt ist die unabhängige Wählerin des Barths und vom Kevinismus befallene Mutter des noch nicht Angeklagten. In einer Brandrede geißelte sie die hier stattfindende Hexenjagd auf ihren Sohn.
Guten Morgen Deutschland!
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