mh las Thilo Sarrazin
Sarrazins Aussagen zum Genpool finde ich spannend. Hatte nicht der Adel schon das Problem, dass der Quasi-Inzest seinen Genpool versaute? Allein auf Basis dieser Erkenntnis könnte man so dermaßen viel provozieren und zuspitzen, dass der gemeine Mob sich jahrelang echauffieren kann.
Sarrazin nimmt vielfach einfach Thesen die bekannt und nicht gänzlich verkehrt, in nicht wenigen Fällen für sich alleinstehend auch anerkannt sind und spitzt sie einfach zu. Zumindest per Interview. Das Buch selbst ist da etwas anders. Nüchterner und mit einem Schuss Selbstironie versehen. Wer mit Statistiken kann, wird seinen Spaß haben. Auch die Offenheit über seine eigene Person gefällt mir ausgesprochen gut.
All das, was bisher in das Buch reininterpretiert wurde, liefert er gar nicht. Es ist bspw. eine Binsenweisheit, dass Gesellschaften instabil sind, wenn die äußeren kulturellen Einflüsse zu stark sind, also nicht langsam reinfließen und somit evolutionär wirken, sondern versuchen sich drüberzustülpen und/oder Kulturen sich innerhalb einer Gesellschaft abgrenzen. Es ist auch nichts Neues, dass innerhalb einer Gesellschaft ein übergeordnetes Bindungskonstrukt vorhanden sein muss. Das war bisher oftmals die Religion. Man kann das in der heutigen Zeit, in der Religion und Familie eine immer mehr untergeordnete Rolle spielen, durchaus als bedroht ansehen. Nimmt man dazu noch die Annahme einer unkontrollierten Dynamik kultureller Einflüsse, hat man Sarrazins Grundthese.
Das alles ist simpelste Gesellschaftstheorie. Und wer ein aktuelles Beispiel braucht, an dem es schief lief, der schaut nach Ex-Jugoslawien. Ein Extremfall, der aufzeigt, was passieren kann und der bei Weitem nicht einmalig in der Geschichte der Menschheit ist.
Natürlich ist das Thema nicht neu. Dieser Diskussion haben wir uns als Gesellschaft bereits verweigert. Man erinnere sich hierzu an zwei Vorstöße der Union, durch Merz und Koch, zur Thematik „Leitkultur“. Der Aufschrei damals war groß, enthielt schlussendlich aber auch nur die Aussage, dass wir darüber nicht reden wollen, weil das potenziell Nazi ist und so.
Die Diskussion über das unveröffentlichte Thilo-Buch hat dazu auch nicht mehr zu bieten. Aber sie ist interessant. Ein Volk verweigert sich der Wahrnehmung seiner eigenen Identität, weil die könnte ja böse sein. Jeder klar denkende Mensch muss sich an dieser Stelle durchaus fragen, ob er es aus eigenem Interesse heraus denn nicht gerne wissen würde, wenn dem so ist. Dann hätte man bspw. noch eine Chance rechtzeitig wegzuziehen.
Die Berechnung des Selbstabschaffens nimmt Sarrazin selbst nicht sonderlich ernst. Er spitzt das alles zu und bringt dadurch die Thematik in die Breite. Es ist sein Mittel zum Zweck. Das will manch Journalist selbst dann nicht verstehen, wenn Sarrazin es ihm direkt sagt.
Das ist zugleich auch die größte Verfehlung der Debattenverweigerung und ich erlebe es selbst mit meinem Texten auch immer wieder. Selbst wenn man den Menschen sagt, dass man sie absichtlich immer wieder provoziert und provozieren wird, wollen sie das partout nicht verstehen.
Sarrazin ist vom Grunde her Ökonom und Statistiker. Es ist nicht die Aufgabe von Ökonomen und Statistikern einen gesellschaftlichen Konsens zu generieren. Sarrazins Aufgabe liegt vielmehr darin, seine Meinung faktenbasiert auf den Tisch zu klopfen. Daraus kann die Gesellschaft sich bauen, was sie möchte. Damit sie das überhaupt kann, muss sie sich mit Fakten beschäftigen und diese glauben oder widerlegen. Sie braucht jedoch in jedem Fall die Informationen.
Wenn diese falsch sind oder daraus geschlossene Annahmen anders formuliert und eruiert werden, dann soll sie das tun. Dafür sind Debatten da.
Die Debatte zu diesem Thema zeigt vor allem eines: Wir haben als Gesellschaft ein Problem mit uns selbst. Statt zu analysieren, ideologisieren wir. Und tief in uns drin, scheinen wir das auch zu wissen. Denn anders kann es nicht erklärt werden, dass Ideologie vermutet wird und entsprechend niedergebrüllt werden soll. Der Mob ist immer sich selbst.
Im Gegensatz dazu gibt es aber auch genug Personen, die Thilo recht geben. Und statt diese Personen als rechte Spinner zu titulieren und niederzumachen, muss die Debatte diese Ängste aufgreifen und entweder zerstreuen oder berücksichtigen. Das Niederbrüllen führt nur zu Verdrängung der Ängste und zu einer späteren Eskalation. Nichts verschwindet, weil es nicht ausgesprochen wird.
Sarrazin legt damit ein viel größeres Problem offen. Die Angst vor uns selbst. Die Furcht, dass wir hinter unserer Fassade der Toleranz gar nicht das sind, was wir uns gerne einreden. Und schlussendlich auch die Angst davor, dass unsere verdrängten Ängste sich uns selbst gegenüber offenlegen und wir uns damit auseinandersetzen müssen.
Wir leben in einer uns selbst auferlegten Meinungsdiktatur, geprägt von Ängsten und deren Verdrängung.
Thilo hat seinen Spaß daran, genau dieses urmenschliche Verhalten zu kokettieren. Sein Buch ist kein Standardwerk. Sein Buch ist eine zugespitzte These, der er selbst in Teilen und per Interview die Ernsthaftigkeit bereits wieder abgesprochen hat. Seine Lösungsvorschläge sieht er selbst als Akt der Verzweiflung, da er eben auch keine Lösungen hat.
Die Probleme, und seien sie nur gefühlt, sind dennoch vorhanden. Stigmatisierung hilft da nicht weiter.

Ich möchte Dir noch einmal danken, dass Du Dich mit Deiner “hohen Intelligenz” neben den raren anderen wie hier donnerstag und der arme berliner so engagiert darum bemüht hast, dieser so wichtigen Diskussion echten Menschengeist einzuhauchen, denn das ist es vor allem, was wir jetzt alle brauchen. Ich habe da in der MAZ(Märkische Allgemeine) noch einen Leserbrief entdeckt , den ich neben dem Essay von Broder im letzten Spiegel(“Thilo und die Gene,haben die alle das gleiche Zeug gekifft ?) das beste finde, was ich in den Zeitungen bisher dazu gelesen habe. Da ich es nicht verlinken kann, setze ich es hier mal direkt so rein:
[anmerkung mh: leserbrief aus copyrightsicherheitsgründen entfernt]
Ja, aber das Unterhaltsame wird, wie man sieht,in unserer Menschengesellschaft nur zu oft von der dumpfen Gewalt(und hiermal Machtgier zu nennen) abgewürgt. Das ist immer wieder schade, dieser Mangel an Geistebildung.
eigentlich schade. es wäre bestimmt unterhaltsam geworden, thilo vs. wulff vor gericht zu erleben.
mfg
mh
Ich kann Thilo Sarrazin gut verstehen mit seinem freiwilligen Rückzug aus der Bundesbank und man sieht es ihm auf den letzten veröffentlichten Fotos deutlich an, wie er leidet ! Es gibt ja auch seelische Steinigungen, wie ich unter anderem auch in der Freitags-Community gefunden habe, leider !
Ich wünsche T.S. jedenfalls alles Gute, vor allem, dass er bei guter Gesundheit bleibt !
Ein letzes,vielleicht, möchte ich doch noch dazu sagen, auch,wenn es wahrscheinlich auch wieder nicht begriffen wird, was ich eigentlich meine, da dieser Aspekt von vorn herein abgetan wird und leute aus verschiedentlichen gründen meinen, das sei schon längst abgehakt und das zurecht.
Du sprachst von “religiösen Büchern”,von denen du nichts hältst. Nun gut,ich weiß auch nicht,ob nicht alle monotheistischen Schriften der Menschheit mehr geschadet haben, als genutzt. Doch die starken kulturellen Unterschiede gründen ja letztendlich darauf, oder anders herum, sind diese Schriften durch die verschiedenen Kulturen auch einmal entstanden und haben ihre geschichten. Im AT z.b.,auf das sich ja Juden und Moslems stärker beziehen, als die Christen, ist der Gott noch gewalttätig und man soll ihn vor allem fürchten. Es wird ja sogar darin noch die Steinigung empfohlen für die Leugnung Gottes. Gerade gestern habe ich im Spiegel-Online noch einmal die Geschichte des jungen Afghanen durchgelesen, der wegen ein paar kritischen Sprüchen gegen Mohammed, die er im Internet fand und ausgedruckt hatte,gesteinigt werden sollte. Es hatte internationale Proteste und große Anstrengungen gekostet, ihn davor zu bewahren. In Iran und Ländern,wo die Scharia das Gesetz ist, wird die Steinigung aktuell noch viel öfter durchgeführt, als es hier bekannt ist. Habe ich jedenfalls gelesen von einer EX-Muslima,die aus Iran geflohen ist und schon sehr lange gegen die Steinigung kämpft. Jeder hat so seine Sicht auf die Dinge und mich erschüttert und änstigt nun einmal am meisten die Gewalt und die Unterdrückung.
Die Gesetze sollten sich meiner Ansicht nach vor allem anderen an der Vermeidung von Gewalt ausrichten und damit an der Stärkung der individuellen Freiheit. Alles andere regelt sich danach von selbst. “Ehrenmörder”z.B.sollten bei uns ausgewiesen werden, würde ich mir wünschen.
Und dieser Vermeidung von Gewalt sollte keine Grenze gesetzt werden, sondern sie sollte sich auf das gesamte Leben auf diesem Planeten erstrecken. Auf die gesamte Menschen-Tier-Pflanzen-Welt und alle deren Erscheinungen. Zu letzerem ein Beispiel: Nachdem man gewaltsam so viele Flüsse begradigt hat, hat man herausgefunden, dass diese Flüsse krank wurden und das Wasser so (zusätzlich zu den Umweltgiften)seine Regenerationskraft,seine Selbstreinigungskraft verlor.
Flüsse müssen meandern, das ist ihre Natur. Jetzt fängt man wieder an, Flüsse zu entgradigen ! Ich habe mal gelesen, dass die großen Flüsse in China alle schon dermaßen vergiftet sind,dass entlang ihrer Ufer die Bevölkerung unter Kopfschmerzen leidet und die krebsraten extrem hoch sind. Ich bin als eher schon zurück auf mein Leben blickender Mensch unumkehrbar zu dem Gedankenschluss gekommen, dass es in allem und überall auf der Welt die Gewalt ist, die Gewalt,die vom Menschen ausgeht, die alles zerstört und die im Grunde eben nicht menschlich ist. Das ist das einzige, was ich wirklich fest glaube.
Sarrazins Buch halte ich für genauso hilfreich, wie Heisigs. Nur finde ich es bedenklich, dass die eine erst an der beschriebenen Problematik zerbrechen musste und der andere erstmal nur mit Dreck beworfen wurde in der Öffentlichkeit. Damit entblösst sich tatsächlich unsere Gesellschaft als bettelarm an Geist.
ich versuche möglichst aus dem buch heraus auf sarrazin zu blicken, da ich die interviews doch sehr verzerrend finde und schlussendlich auch nie wirklich weiß, wo da bei ihm das marketing beginnt und aufhört. und die journalisten versuchen dann noch zusätzlich ihre fragen so zu stellen, dass sie in die pikanten ecken drängen um den skandal, den es scheinbar braucht, zu generieren.
von religiös ambitionierten büchern halte ich ebenso wenig. man sieht ja, dass nahezu jeder das darin findet, was er denn finden möchte. seis ne begründung um seine frau zu verprügeln oder sich verprügeln zu lassen… das gehört mE alles in den sektor “bestätigungsfehler” .. da bauen sich menschen die welt so, wie sie sie gerne hätten. die gesellschaftliche schlagkraft des ganzen ist, wie man sieht, aber nicht zu verachten.
ein großteil der probleme beruht darauf, und das erwähnt sarrazin ebenfalls in seinem buch, dass der islam ein vollkommen anderes lebenskonzept hat. zugleich gibt es hier keine schleichende anpassung aneinander, sondern man hat das thematisch solange unterdrückt, bis es sich durch irgendwen kanalisierte… das ist nun sarrazin. und alice schwarzer wird demnächst nachlegen, mit einem buch über das kopftuch, welches die kriegsflagge des iran sein soll… oder so ähnlich.
bei diesen starken kulturellen unterschieden ist das abstoßungsverhalten einer gesellschaft automatisch wesentlich stärker, die reaktionen neigen somit im allgemeinen mehr zur hysterie und damit auch schnell mal ins radikale. deswegen kann ichs nun nicht ganz verkehrt finden, dass es auch einen gegenpart zu diesen ängsten gibt, der sie zunächst stigmatisiert. das muss nun nur auch zusammengeführt werden und in einem gesellschaftichen konsens enden. deshalb ist die faktenbasierte thematisierung des themas durch die medien nun auch so wichtig.
was auch heißt, dass eine aufklärung der bevölkerung darüber stattfinden muss, wie die lage ist. also wer da ist, welche probleme bestehen .. wie man gedenkt diese probleme zu beheben… und, ebenso wichtig, wie ist die lebensweise etc.pp. nur so, kann ja überhaupt ein verständnis entstehen.
wenn sich jemand integriert, und das erkennt sarrazin an und findet er gut, dann verschwindet dessen kulturelles leben ja nicht. im gegenteil, es wird ein teil dieser kultur auch an uns übertragen und entwickelt unsere gesellschaft damit weiter.
nur sicher nicht, wenn man da ghettos aufbaut und die leute für sich allein vor sich herleben lässt. das sind ja dann die stellen, an denen subkulturen entstehen .. diese problematik wurde u.a. in dem lettre-interview besprochen, welches hauptsächlich aus stadtplanerischer sicht heraus geführt wurde.. bei der man nunmal auch die sozialen schichten und gruppierungen statistisch behandeln muss, auch wenns nicht sonderlich empathisch klingt.
mfg
mh
P.S.: Wenn Du in deinem von mir zitierten Satz ausschließlich das Buch von Thilo S. ansprichst, so hast Du natürlich recht. Aber das zeigt ja nur umso deutlicher, dass es kaum möglich ist, real bestehende Probleme mit irgedeiner Bevölkerungsgruppe anzusprechen, ohne sofort als Rassist oder Faschist beschimpft zu werden.
Dass Richterin Heisig nicht genauso beschipft wird, liegt ja auf der Hand. Außer der ihr eigenen empathischen Art, die Du ansprichst, gibt es aber noch zwei viel schwerer wiegende Gründe, sie nicht so in den Schmutz ziehen zu können, wie man es jetzt mit S. macht. Einmal der Suicid,über den man nun aber geflissentlich hinwegzugehen scheint und zum anderen die Tatsache, dass sie in ihrem Buch unwiderlegbare Fakten auftischt und vieles selbst erlebte, was von niemandem mehr angezweifelt werden kann ! Mit nur der leisesten Kritik an ihr würde sich ja jeder in der Öffentlichkeit sofort zum Unmenschen machen. Ganz anders bei Sarrazin. Er bietet als konservativ und gefühlskalt geltender elitärer Rechner eine breite Angriffsfläche vor allem für diejenigen, die nur noch einen Hebel im Kopf zu haben scheinen, der nach rechts oder links schnappt. Ich finde man wirft ihm vor allem Dinge vor, die eben gerade nicht auf ihn zutreffen. Von einer Islamophobie möchte ich für mein Teil noch nicht sprechen, aber von einer Rechts-Links-Phobie mittlerweile schon.
Du schreibst:”Es geht eben nicht um die verdammung des Islam,sondern…wenn man überhaupt so weit gehen will, höchstens um dessen Interpretation, die scheinbar unter türkisch stämmigen Migranten in der Masse , nicht im Einzelfall, vorherrscht und in Folge zu gesellschaftsintegrativen und bildungstechnischen Hemmungen führt.”
Um Verdammungen geht es mir sowieso nicht. Aber dennoch glaube ich, dass das Problem nicht richtig angegangen werden kann, wenn nicht auch über das gesprochen werden darf, was z.B. mich und viele andere auch, an den wie auch immer von den Gläubigen interpretierten Vorgaben des Islamglaubens, also der Suren im Koran,irritiert. (Wie z.B.,dass der Ehemann seine Frau körperlich züchtigen soll, wenn sie ungehorsam ist.) Es würde wenig oder garnichts am Islam irritieren, wenn nicht diese schrecklichen Exzesse wie vor allem die sog. “Ehrenmorde” im Namen dieses Glaubens geschehen würden. Und ich habe bisher zu wenig davon mitbekommen können, dass sich die Prediger in den Moscheen gegen diese grauenhafte Tradition ausgesprochen hätten ! Und ich verstehe diese Sturheit nicht, mit der so viele Menschen einem immer wieder anhängen wollen, man wolle in erster Linie eine Religion verdammen ! Nein, so ist es eben gerade nicht ! Mich erschüttern diese in meinen Augen bestialische Gewaltexzesse einer vom Islam geprägten Kultur, die hier bei uns in Deutschland immer wieder stattgefunden haben und voraussichtlich noch weiter stattfinden werden ! Wenn man nun aus logischen Gründen dazu kommt, den Islam für eine Gewalt einfordernde Religion zu halten, dann bekommt man fast regelmäßig angehängt, man sei vorurteilsvoll, obwohl man meistens selber mehr darüber weiß, wie derjenige, der einem das vorwirft. Ich sehe hier auch schon eine Einschränkung meiner Meinungsfreiheit ! Ich
möchte in einer Kultur, die sich das Recht auf freie Meinungsäusserung mühsam erkämpft hat, in der Öffentlichkeit es auch sagen dürfen, wenn mir eine religiöse Tradition zuwider ist. Die Gewalt, die tatsächlich auch hier bei uns in Deutschland schon ohne Selbstmordattentate vom Islam ausgeht, darf nicht benannt werden in der Öffentlichkeit, darf nicht kritisiert werden oder karikiert,ohne dass diejenigen Angst um ihr Leben haben müssen ! Das finde ich schlimm und deshalb mag ich diese Religion nicht ! Ich habe nicht aus Unkenntnis Angst vor ihr, sondern aus Kenntnis !
Das hat nichts mit Ausgrenzen-Wollen oder gar Rasismus zu tun, bitteschön !
heisig erfährt durch sarrazin nun aber medial einen neuen schub und man redet eigentlich nur noch von verstorben, ohne den freitod zu benennen. sie wird mittlerweile als positives gegenbeispiel zu sarrazin stilisiert, da sie die thematik ebenso hart benennt aber viel empathischer rüberbringt.
dadurch gewinnen ihre ausführungen erheblich an wert.
dass broder das in dem buch gerne gelesen hätte, aber nicht konnte, zeigt eigentlich nur, wie harmlos thilo schlussendlich zur sache geht. er differenziert es aus und versucht den grundstock an wissen herzustellen, den man seiner meinung nach zu diesem thema wissen sollte.
es geht eben nicht um die generelle verdammung des islams, sondern… wenn man überhaupt soweit gehen will, höchstens um dessen interpretation, die scheinbar unter türkisch stämmigen migranten in der masse, nicht im einzelfall, vorherrscht und in der folge zu gesellschaftintegrativen und bildungstechnischen hemmungen führt.
dabei nimmt sarrazin aber auch das bildungssystem in haftung, was dem nichts entgegenzusetzen hat. wenn wir über ein kulturelles transferleistungs-umfeld reden, was sarrazin macht, dann brandmarkt man immer auch die unfähigkeit des staates und seiner mittel .. daher mE auch die empörung aus der politik .. was der “bürger” von vorneweg aber gemerkt zu haben scheint.
mfg
mh
Deine Texte lesen sich für mich immer gut,wenn sie denn ein thema besprechen, was mich auch interessiert, so wie hier. Ich kann hier keine These entdecken,die ich kritisieren möchte. Ich vermisse nur etwas in Thilos Buch , was in dieser Diskussion essentiell wichtig ist. Broder hat das im letzten Spiegel kurz,elegant und treffend so gesagt:
“Das Problem mit Sarrazin ist, dass er, im Vertrauen auf Zahlen und Statistiken,sich um eine Aussage drückt, die wie ein unsichtbarer roter Faden sein Buch durchzieht: Der Islam ist ein autoritäres, archaisches System,das sich der Mittel der Moderne bedient, ohne deren Geist zu übernehmen. Er ist mit demokratischen Werten und Strukturen nicht kompatibel: Gewaltenteilung, Trennung von Staat und Kirche, Selbstbestimmung des Individuums, Glaubens-und Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und freie Partnerwahl. Viele Muslime haben den Sprung in die Moderne geschafft, einige mit dem Leben dafür bezahlt,der Islam als Ganzes hat es nicht.”
Es fällt mir auch auf, dass wenig oder garnicht bei dieser gravierenden Problematik das Schicksal von Richterin Heisig diskutiert wird. Und es fiel mir auf,dass im Rundfunk nach ihrem Freitod immer wieder betont wurde, sie habe “persönliche Probleme” gehabt. Nun, persönliche Probleme hat wohl jeder, der sich umbringt.
Fragt sich nur, wo diese persönlichen Probleme herrühren. Immerhin hatte sie lange vorher schon Morddrohungen bekommen, so wie Thilo jetzt auch. Wenn man jedes Schnipselchen des Grundproblems fein säuberlich immer wieder unter den Teppich kehrt, so fängt es dort an,zu gären.
Den Schlauen selbsternannten linken Antifaschisten möchte ich dazu den Spruch ihres angebeteten Adorno vor die Nase halten:”Es gibt kein richtiges Leben im falschen”.
beckmann 22:45 uhr bis 0:00 uhr in der ard
Gäste:
* Thilo Sarrazin, Bundesbank-Vorstandsmitglied; SPD
* Aygül Özkan, CDU
* Renate Künast, Bündnis 90/Die Grünen
* Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist
* Thomas Sonnenburg, Sozialpädagoge und Streetworker
finde deinen kommentar super; er spricht mir aus der seele. ein ziel hat sarrazin schon erreicht: ich habe mir sein buch bestellt. weniger, um darin etwas neues zu erfahren. nur, um ihn zu unterstützen.
Jeder gebildete Mensch weiß, daß Intelligenz zu 80% erblich bedingt ist. Insofern kann man sich doch denken, was bei einem unproduktiven türkischen Obst- und Gemüsehändler an Nachkommenschaft zu erwarten ist.
Und daß wir Menschen aus Genen bestehen, dürfte heute auch dem Hauptschüler bekannt sein.
was denn auch? ich habe zum buchinhalt fast keine stellung genommen. die feststellung war allgemeiner und genereller natur. es ist ein fazit der bisherigen debatte.
btw: thilo zerrupft gerade alles … live stream zur buchvorstellung:
http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/30/thilo-sarrazin-live/stellt-sein-neues-umstrittenes-buch-vor.html
Ich habe schon Besseres von Dir gelesen, fühle mich allerdings nicht provoziert.
Look at this: