search
top

Der Spekulant – Ein Nutztier

Wenn wir aus der Griechenlandkrise eines lernen durften, dann, dass für alles Unheil auf dieser Welt die Spekulanten verantwortlich sind. Sie spekulieren bspw. auf Staatspleiten und egal wie hoch ein Staat verschuldet ist, er würde niemals Pleite gehen. Zumindest dann, wenn es keine Spekulanten geben würde.

Der Flurschaden ist enorm. Verkündeten unsere Medien doch während der Hochphase der Finanzkrise, dass Staaten gar nicht Pleite gehen können.

Dieses in deutschen Massenmedien gerne gepredigte Dogma ist selbst Merkel peinlich. In der Finanzkrise sah sie sich sogar bemüßigt, dem zu widersprechen. Komischerweise in dem Moment, als alle Welt ein paar hundert Milliarden Staatshilfe kassieren wollte. Nun, die Griechen gaben ihr Recht.

Aber nicht nur die Griechen sind ein Volk von Pleitiers. Spanien bescherte der Größenwahn 13 Staatspleiten. Frankreich ging ganze neun Mal den Bach runter. Besonders in Bezug auf die Franzosen ist das sehr ärgerlich. Früher haben die Jungfrauen verbrieft, um die Staatspleite hinauszuzögern. Heute erklären sie uns, dass wir auf ihr Niveau runterkommen sollen.

Geschenkt.

Es ist unstrittig, dass Spekulanten jede nur erdenkliche Lücke nutzen, um sich an ihr zu bereichern. Sei es das simple Ausschlachten von Unternehmen oder der Aufkauf von Schuldtiteln der ärmsten Länder dieser Welt, wodurch man dann an Schuldenerlässen durch die großen Industrienationen verdient. Es ist böse und gemein. Besonders dann, wenn es um das Wohl eines ganzen Landes geht.

Man kann das so verdammen und den Schuldigen gefunden haben. Zweckdienlich ist es keinesfalls.

Betrachtet man sich die Aktionen des spekulativen Finanzkapitals, dann haben sie alle eines gemein: Es werden Schwächen im Regelwerk der Staaten offenbart. Schwächen, die die jeweils hiesige Politik scheinbar übersehen hat oder übersehen wollte. In beiden Fällen verschiebt sich damit die Schuldzuweisung jedoch von den Spekulanten weg, hin zur Politik.

Diese wiederum beteiligt sich aber nur an der Empörung über die Spekulanten und ändert im Nachgang nichts oder nur sehr wenig. Als Müntefering sich über die Heuschrecken in Deutschland echauffierte, geschah seitens der Politik nichts. Erst als die Medien immer mehr Fälle auskramten, in denen selbst bei regelmäßiger Ratenzahlung die Eigentümer aus ihren Wohnungen getrieben wurden, bewegte sich etwas. Ungehörte Warnungen gab es auch vorher schon, sie interessierten niemanden.

Es muss immer etwas passieren, damit nichts passieren kann.

Das Einzelschicksal mag uns nun alle betroffen rumstehen lassen, doch würde der Gesetzgeber jede, durch solche Spekulationen, aufgedeckte Lücke in seinen Gesetzen ebenso konsequent schließen, wie sich alle über die Spekulanten empören, wäre die Welt schon lange besser.

Die bis zur Schließung der Lücke generierten Gewinne wären dann nur ein Finderlohn.

Das Problem mit Spekulanten ist also nicht, dass es sie gibt, sondern dass man nicht angemessen auf sie reagiert. Wer sich empören möchte, sollte sich der Politik zuwenden.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

top